Selma Meerbaum-Eisinger. Ich bin in Sehnsucht eingehüllt

Das jüdische Mädchen Selma Meerbaum-Eisinger wurde 1924 in Czernowitz geboren. Ihr kurzes Leben war gnadenlos 1942 in einem der „Arbeitslager“ Transnistriens abgebrochen, als sie kaum 18 Jahre alt war. Selmas Gedichte, auf Deutsch geschrieben und ihrem geliebten Freund gewidmet, wurden wie durch ein Wunder gerettet. Sie bezeugen eine außerordentliche poetische Begabung, die von dem Naziregime brutal zertreten war. Heute steht ihr Name neben dem des holländischen Mädchens Anna Frank, der Autorin des berühmten „Tagebuchs“. Wer in der Zukunft über Anna Frank sprechen wird, muss auch über Selma Meerbaum-Eisinger sprechen – wie von zwei Schwestern, von denen die eine dokumentierte, was die andere in ihren Gedichten ausdrückte. Das „Tagebuch“ von Anna Frank, das in einem Amsterdamer Versteck geschrieben wurde, und die in Czernowitz entstandenen Gedichte von Selma Meerbaum.Eisinger bilden, ihrem Wesen nach, eine Einheit: als Lebenszeugnisse von zwei jüdischen Mädchen, die Opfer des national-sozialistischen Deutschlands geworden sind.